GEA Group
 
Segmente

GEA Food Solutions

GEA Farm Technologies

GEA Heat Exchangers

GEA Mechanical Equipment

GEA Process Engineering

GEA Refrigeration Technologies

 

Ausblick und Ziele

Konjunktur

Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) rechnet in ihrem Bericht zur Konjunktur (Januar 2012) in 2012 und 2013 mit einem geringeren Wirtschaftswachstum als bislang von ihr erwartet. Die Institution geht nun von einem weltweiten Wachstum von 2,5 Prozent in diesem und 3,1 Prozent im kommenden Jahr aus. In der letzten Schätzung aus Juni 2011 wurde noch ein Wachstum von je 3,6 Prozent unterstellt. Die Experten der Weltbank rechnen damit, dass die Staatsschuldenkrise insbesondere die Eurozone trifft und die Wirtschaft hier in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpft. Europa befindet sich laut Weltbank vermutlich schon in der Rezession, was auch auf die Schwellenländer zurückwirken und damit auch das Wachstum in den entwickelten Ländern belasten könnte. Die wesentliche Gefahr wird darin gesehen, dass die reicheren Länder nicht mehr über die fiskalischen und monetären Ressourcen verfügen, um die Banken zu retten und gleichzeitig die Binnennachfrage anzuregen.

Nach der Weltbank hat auch der IWF seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft stark nach unten korrigiert. Weltweit werde die Wirtschaft im Jahr 2012 wegen der Schuldenkrise in Europa nur noch um 3,3 Prozent wachsen. In 2013 soll das Wachstum dann wieder 3,9 Prozent betragen. Damit senkte der Fonds seine Prognose vom vergangenen September um 0,7 bzw. 0,6 Prozentpunkte. In der EU steht auch laut IWF eine Rezession bevor. Die Wirtschaft der 17 Euroländer werde in 2012 um 0,5 Prozent zurückgehen und im Jahr 2013 nur um 0,8 Prozent wachsen. Für Deutschland erwartet der Fonds für die beiden Jahre jedoch ein Wachstum von 0,3 und 1,5 Prozent. Für Großbritannien und die USA rechnet der IWF mit Wachstumsraten von 0,6 und 1,8 Prozent im laufenden Jahr. Im Mittelfeld liegen zahlreiche Schwellenländer wie Russland, Brasilien, Mexiko und Südafrika. Dort erwartet der IWF Wachstumsquoten zwischen 2,5 und 3,5 Prozent. Spitzenreiter sollen China und Indien mit 8,2 bzw. 7,0 Prozent sein.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist in ihrer letzten Prognose (November 2011) ebenfalls von einer drohenden Rezession in der Eurozone ausgegangen. Im ersten Quartal 2012 soll die Wirtschaftsleistung der 17 Euro-Staaten zunächst schrumpfen. Erst ab dem zweiten Quartal wird wieder mit positiven Zahlen zu rechnen sein. Für das Gesamtjahr 2012 prognostizieren die OECD-Experten in der Eurozone ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent. Für Deutschland sind die Vorhersagen nicht ganz so negativ. So erwartet die Organisation für 2012 in Deutschland noch ein Wachstum des BIP von 0,6 Prozent nach 3,0 Prozent in 2011. Im Jahr 2013 dürfte das Wachstum dann mit 1,9 Prozent wieder stärker ausfallen als im Euro-Raum insgesamt, auch weil kein nennenswerter Abbau von Privat- und Unternehmensschulden erfolgen müsse.

Auch die EU-Kommission hat in ihrem Herbstgutachten (November 2011) vor einer stagnierenden Wirtschaft in Europa gewarnt. Noch im Frühjahr 2011 hatte sie mit einem Wachstum von 1,9 Prozent gerechnet. Ähnlich wie die OECD wird erst Mitte 2012 ein Abebben der Unsicherheit erwartet, sodass ein schmales Jahreswachstum von 0,6 Prozent in der EU und 0,5 Prozent im Euroraum prognostiziert wird. Auch für Deutschland wird statt 1,9 Prozent nur noch mit einem Plus von 0,8 Prozent für 2012 gerechnet.

Die Bundesregierung rechnet in ihrer Konjunkturprognose (Januar 2012) zunächst mit einer temporären konjunkturellen Schwächephase, jedoch nicht mit einer Rezession. Die für das zweite Halbjahr 2012 prognostizierte langsame Erholung der Weltwirtschaft sollte die deutschen Exporte aber wieder stützen, weshalb im späteren Jahresverlauf auch die deutsche Wirtschaft wieder zu einem höheren Wachstumstempo zurückfinden wird. Im Jahresdurchschnitt werde das preisbereinigte BIP in Deutschland in 2012 nur noch um 0,7 Prozent zulegen, nach 3,0 Prozent in 2011. Die Exporte werden voraussichtlich durch die Abschwächung der Weltkonjunktur und die Konsolidierungsanstrengungen im EURO-Raum belastet. Die sinkende gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung sowie die hohe Unsicherheit dürften außerdem die Ausrüstungsinvestitionen dämpfen. Für 2013 veranschlagt die Regierung dann wieder ein Plus von 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft würde damit nach wie vor etwas kräftiger als der Euroraum insgesamt wachsen.

Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau rechnet der VDMA derzeit (Februar 2012) für 2012 nicht mehr mit einem realen Produktionswachstum, nachdem er zuvor noch von einer Wachstumsrate von 4 Prozent ausgegangen war. Die Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gehen davon aus (Dezember 2011), dass die aktuelle Abschwächung im Auftragseingang einen anhaltenden Rückgang der Nachfrage eingeläutet habe. Erst im Frühjahr 2012 werde die Produktion im Maschinenbau wieder wachsen. Im Jahresdurchschnitt erwartet das DIW für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ein Wachstum von 1,5 Prozent.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Euro-Krise das wesentliche Risiko für die globale Wirtschaftsentwicklung darstellt, zumal in jüngster Zeit auch Länder ins Schussfeld geraten sind, deren Finanzen bisher als relativ stabil galten. Die damit zusammenhängende Verunsicherung der Finanzmärkte könnte auch zum Aufschub vieler Konsum- und Investitionsausgaben führen. Weitere Risiken drohen von den politischen Spannungen in der arabischen Welt und Nordafrika, die die Ölversorgung belasten könnten. Ebenso könnte eine Konjunkturabschwächung auch die Dynamik der bisher robust wachsenden Schwellenländer beeinträchtigen. Zugleich gehen aber alle Prognosen von einer langsamen Erholung der Weltwirtschaft ab Mitte des Jahres 2012 aus.

Ausblick auf die Geschäftsentwicklung


Der weltweite Bedarf an Nahrungsmitteln und Energie nimmt auch weiterhin im Vergleich zur Entwicklung des globalen Bruttosozialprodukts überproportional zu. Dieser Trend gilt unabhängig von kurzfristigen Konjunkturzyklen. Mit unseren Maschinen und unserer Prozesstechnik nehmen wir eine führende Position bei unseren Kunden und in den von ihnen bedienten Märkten ein.

Für das laufende Geschäftsjahr 2012 gehen unsere Planungen davon aus, dass die Nachfrage auf unseren Absatzmärkten wieder dem hohen Niveau von 2011 entsprechen wird.

Insbesondere erwarten wir

  • eine unveränderte Investitionstätigkeit der Nahrungsmittelindustrie, basierend auf dem weiterhin steigenden Bedarf an veredelten Nahrungsmitteln,

  • ein schwieriges Marktumfeld im Energiebereich,

  • ein anhaltendes Interesse unserer Kunden an Prozessoptimierung hinsichtlich Effizienz und Produktivität sowie Energieeinsatz und Anlagenverfügbarkeit,

  • eine Rohstoffpreisentwicklung, die weitgehend von der konjunkturellen Entwicklung in den USA, dem weiteren Wachstum in China sowie von der Lösung der europäischen Finanzkrise abhängt, sowie

  • keine Beeinflussung der Projektfinanzierungen unserer Kunden durch die anhaltend hohen Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten.

Vor diesem Hintergrund streben wir für 2012 an, dass sich unser Auftragseingang um bis zu 5 Prozent erhöhen wird. Das Wachstum des Umsatzes sollte mindestens 5 Prozent betragen. Die Absatzverteilung nach Abnehmerbranchen wird sich voraussichtlich leicht zugunsten der Nahrungsmittelindustrie verändern. Regional wird der Anteil von Westeuropa weiter leicht zurückgehen, während das Geschäft in der Region Asien / Pazifik weiter an Bedeutung zunehmen wird.

Hinsichtlich der Preisqualität gehen wir von einem Marktumfeld wie in 2011 aus. Auf dieser Basis streben wir eine operative EBIT-Marge leicht über dem Vorjahresniveau an, das für den Gesamtkonzern einschließlich des neuen Segments GEA Convenience-Food Technologies 9,7 Prozent vor Effekten aus Kaufpreisallokation betrug. Nennenswerte Einmalaufwendungen werden für 2012 nicht erwartet, das gilt auch für die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche.

Die Entwicklung der Umsätze sowie der Ergebnisse der einzelnen Segmente im Vergleich zum Vorjahr sehen wir derzeit wie folgt: Das Wachstum der Segmente wird sich maßgeblich nach der Entwicklung der jeweiligen Kundenindustrien richten. Die Segmente GEA Convenience-Food Technologies und GEA Refrigeration Technologies werden allein schon aufgrund der erstmals ganzjährigen Einbeziehung der größeren Akquisitionen aus 2011 überdurchschnittliche Wachstumsraten ausweisen. Durchschnittliches Wachstum erwarten wir im Segment GEA Farm Technologies. Aufgrund des schwierigen Marktumfeldes im Energiebereich und der Abhängigkeit von Großaufträgen wird das Segment GEA Heat Exchangers allenfalls einen leichten Zuwachs zeigen. Die Segmente GEA Mechanical Equipment und GEA Process Engineering lagen im letzten Geschäftsjahr bereits auf einem sehr hohen Niveau, sodass das Wachstum hier weniger ausgeprägt sein wird.

Der Umsatz soll auch im Geschäftsjahr 2013 gegenüber 2012 weiter zulegen. Für das Ergebnis und die entsprechende EBIT-Marge wird ebenfalls ein weiterer Anstieg erwartet. Auch hier wird die Entwicklung der jeweiligen Kundenindustrie entscheidend dafür sein, in welchem Umfang einzelne Segmente zum Wachstum beitragen werden. Dies setzt jedoch eine stabile Entwicklung der Weltwirtschaft voraus.

Unter der Voraussetzung einer nachhaltigen Erholung aller unserer Absatzmärkte hinsichtlich Volumen und Preisqualität gehen wir nach wie vor davon aus, dass eine nachhaltige EBIT-Marge von 12 Prozent erreicht werden kann.

Unsere Strategie, Unternehmen zu erwerben, die für die GEA neue Märkte erschließen oder in bekannten Märkten die Angebotspalette der GEA gezielt ergänzen, bleibt unverändert gültig. Damit wollen wir unseren Kunden ein immer breiteres Spektrum an Prozessen aus einer Hand anbieten. Angesichts der Unsicherheiten auf den globalen Finanzmärkten werden wir jedoch ein besonderes Augenmerk auf die Finanzierbarkeit dieser Vorhaben mit dem Ziel einer stabilen Bonitätseinschätzung für GEA in den Kreditmärkten legen.

Zum 31. Dezember 2011 betrug die Nettoliquidität des Konzerns minus 387 Mio. EUR. Die nicht genutzten Barlinien belaufen sich auf 884 Mio. EUR. Mit den zur Verfügung stehenden Kreditlinien lässt sich das weitere Wachstum unseres Unternehmens finanzieren.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, für 2011 eine Dividende von 0,55 EUR je Aktie zu zahlen. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 0,15 EUR. Das nachhaltige Ziel, ein Drittel des Konzernergebnisses als Dividende auszuschütten, bleibt unverändert.


Düsseldorf, 1. März 2012


Jürg Oleas                                            Dr. Helmut Schmale                  Niels Graugaard
Vorsitzender des Vorstands              Mitglied des Vorstands             Mitglied des Vorstands


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